Afrika im Aufbruch


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Afrika-Konferenz der Marx-Engels-Stiftung, Journalist Jörg Tiedjen spricht über die Situation in der Westsahara: “Maghreb und Sahel sind zwei wenig beachtete Konfliktregionen, die aber in den vergangenen Monaten immer wieder in den Schlagzeilen standen. So versucht Marokko gerade, seine Territorialforderungen in der Westsahara und gegen- über Spanien mit Hilfe seines Verbündeten USA durchzusetzen. Eine Folge ist die weiter ungelöste Krise um die spanische Exklave Ceuta. Auch wird Ende Oktober mit Spannung die nächste Resolution des UN-Sicherheitsrats zur Westsahara erwartet.
Vergangenes Jahr war dieser auf Druck der Trumpregierung Rabat weit entgegengekommen. Umgekehrt haben sich die Staaten der Sahelallianz AES Mali, Burkina Faso und Niger im Kampf gegen Djihadisten und Separatisten zuletzt von Marokko ab- und dem großen Nachbarn Algerien zugewandt, das seinerseits diplomatisch in die Offensive gegangen ist und auch wirtschaftlich mit Projekten wie der Transsahara-Gaspipeline die Nase vorn hat.

Der Kolonialismus ist nicht verschwunden. Er hat die Kleider gewechselt:

  • Die direkte Verwaltung wurde ersetzt durch die monetäre Kontrolle wie sie Franceafrique unsichtbar ausübt,
  • den Platz eines Gouverneurs nehmen die multinationalen Konzerne ein,
  • eine mobile Militärpräsenz, offiziell zur Abwehr terroristischer Bedrohung,
  • ein bedrückender Schuldendienst, ohne aus der Schuldenfalle zu kommen
  • US-Präsident Trump drückt dem zuvor ignorierten „shithole“ staatliche Vereinbarungen durch. – Ausbeutung der Bodenschätze (DR Kongo, Zambia u.a.), Gesundheitsdaten etc.,
  • „freedom & democracy“ gedämpft vor dem Schweigen zu Reparationen für Sklaverei und Genozide.

Aber der antiimperialistische Wind der Veränderung weht stärker. Nach 25 Jahren FOCAC, dem Forum chinesisch-afrikanischer Kooperation und der Belt & Road Initiative (Förderung der Infrastruktur etc.) drängen Regierungen stärker auf Souveränität, bei der Ausbeutung von Bodenschätzen, bei der Industrialisierung des Landes, im Handel.Afrika ist jung, seine Jugend wird in wenigen Jahrzehnten global die Mehrheit der arbeitsfähigen Bevölkerung stellen. Und die Jugend rebelliert seit mehreren Jahren auf dem Kontinent, erfolgreich gegen Franceafrique in
Westafrika, wo fortschrittliche Militärs die .kompradorbourgeoisen Regierungen und den französischen Imperialismus des Landes verwiesen hatten…
Nordafrika Westafrika

10 h Jörg Tiedjen (Redakteur Junge Welt)
„Neue Bruchlinien in Maghreb und Sahel“
11 h Diskussion