{"id":588,"date":"2016-10-24T16:32:41","date_gmt":"2016-10-24T16:32:41","guid":{"rendered":"https:\/\/www.trespass.network\/?p=588"},"modified":"2016-10-24T16:32:41","modified_gmt":"2016-10-24T16:32:41","slug":"mapping-the-movement-die-erstellung-von-karten-von-besetzten-sozialen-zentren-in-westeuropa","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.sindominio.net\/trespass\/de\/2016\/10\/24\/mapping-the-movement-die-erstellung-von-karten-von-besetzten-sozialen-zentren-in-westeuropa\/","title":{"rendered":"Mapping the Movement: Die Erstellung von Karten von besetzten sozialen Zentren in Westeuropa"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-232\" src=\"https:\/\/blogs.sindominio.net\/trespass\/files\/2016\/07\/sqekmaps.png\" alt=\"sqekmaps\" width=\"800\" height=\"342\" srcset=\"https:\/\/blogs.sindominio.net\/trespass\/files\/2016\/07\/sqekmaps.png 800w, https:\/\/blogs.sindominio.net\/trespass\/files\/2016\/07\/sqekmaps-300x128.png 300w, https:\/\/blogs.sindominio.net\/trespass\/files\/2016\/07\/sqekmaps-768x328.png 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><\/p>\n<p>(Download it in zine format <a href=\"https:\/\/blogs.sindominio.net\/trespass\/files\/2016\/10\/Maps-GER.pdf\">here<\/a>)<\/p>\n<p><strong>Einf\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Im Jahr 2013 kam eine Gruppe von Aktivist_innen zusammen, um die Geschichte der Berliner Hausbesetzer_innenbewegung digital und interaktiv abzubilden. \u00dcber das Konzept der Kartierung der Bewegung schreiben sie: \u00abDa die Aneignung des urbanen Raumes das zentrale Thema der Hausbesetzer_innenbewegung ist, muss auch ihre Geschichte r\u00e4umlich dargestellt werden.\u00bb Ziel der Berliner Gruppe ist es, jene selbstverwalteten und kollektiven R\u00e4ume\u00bb sichtbar zu machen\u00bb, die sich in der Stadt fanden und finden, und die \u00abEntwicklung und r\u00e4umliche Ausdehnung der Bewegung\u00bb nachvollziehbar machen.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Es ist \u00fcberfl\u00fcssig zu erw\u00e4hnen, dass sie eine beeindruckende Arbeit geleistet haben. Ihre Website bietet einen nahezu vollst\u00e4ndigen \u00dcberblick \u00fcber besetzte Pl\u00e4tze in Berlin seit den 1970er Jahren und stellt eine enorme Menge an Informationen und Material zu den einzelnen Besetzungen bereit. Die Seite bietet zudem nicht nur eine erstaunliche Anzahl von Beitr\u00e4gen, sondern auch Fotos, gescannte Dokumente, eine Chronologie, Informationen zu Veranstaltungen und Organisationen, wie Demonstrationen, Infoshops und dergleichen, die mit Hausbesetzungen zusammenh\u00e4ngen.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich erfordert ein solches Projekt enorme Arbeit und Koordination. Die Berliner Gruppe erhielt ihre Daten aus Bewegungspublikationen, Zeitungsartikeln, Interviews mit Aktivisten und Archivforschung. Wie sie schreiben, hat sich diese Aufgabe auf \u00abmehrere Jahre selbstgest\u00fctzte Forschung\u00bb ausgeweitet, da die so gesammelten Daten \u201ein immer umfangreichere Excel-Tabellen eingegeben wurden\u201c. Da diese Art von Forschung von mehreren Personen gleichzeitig durchgef\u00fchrt wurde, waren Engagement und Kommunikation essentiell.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-233\" src=\"https:\/\/blogs.sindominio.net\/trespass\/files\/2016\/07\/berlin1.png\" alt=\"berlin\" width=\"1011\" height=\"427\" srcset=\"https:\/\/blogs.sindominio.net\/trespass\/files\/2016\/07\/berlin1.png 1011w, https:\/\/blogs.sindominio.net\/trespass\/files\/2016\/07\/berlin1-300x127.png 300w, https:\/\/blogs.sindominio.net\/trespass\/files\/2016\/07\/berlin1-768x324.png 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1011px) 100vw, 1011px\" \/><\/p>\n<p>Die Seite von <a href=\"http:\/\/berlin-besetzt.de\/\">Berlin Besetzt<\/a> ist ein wertvolles Instrument f\u00fcr die historische Forschung und die Reflexion von Aktivisten \u00fcber die Geschichte und die Gegenwart der urbanen sozialen Bewegungen. Interessanterweise reflektiert die Berliner Gruppe dies zweifach. Als Gruppe glauben sie, dass die historische Abbildung der Bewegung eine politische Intervention darstellt, da sie zeigt, dass es Interventionsm\u00f6glichkeiten gab und gibt. Andererseits zitieren sie \u00ab\u00e4ltere Aktivisten\u00bb, die ihnen sagen, dass es \u00abUnsinn\u00bb w\u00e4re so viel Zeit damit zu verbringen, die Geschichte einer Bewegung zu studieren, die \u00abgescheitert und verschwunden\u201c ist.<\/p>\n<p>Die beiden oben erw\u00e4hnten Fragen, das Engagement und die Kommunikation zu einem Projekt und die Frage, ob eine Bewegung eine politische Intervention darstellt oder ob es sich um einen blo\u00dfen \u00abUnsinn\u00bb handelt, sollten eine wichtige Rolle spielen, wenn andere Gruppen dem Beispiel von Berlin Besetzt folgen. Als andere Aktivist_innen und Akademiker_innen die Karte gesehen haben, wollten sie etwas \u00c4hnliches machen. Dabei kam das <a href=\"https:\/\/sqek.squat.net\/\">Squatting Europe Kollective<\/a> (SqEK) ins Spiel.<\/p>\n<p>SqEK ist eine Gruppe von Aktivisten, die zu Hausbesetzer_innenbewegungen arbeiten. In der <a href=\"https:\/\/sqek.squat.net\/about\/\">Forschungsagend<\/a> (in EN \/ ES \/ FR \/ IT) hei\u00dft es: \u00abUnser Ziel ist es, zuverl\u00e4ssige und genaue Kenntnisse \u00fcber diese Bewegung nicht nur als Selbstzweck, sondern auch als \u00f6ffentliche Ressource, vor allem f\u00fcr Hausbesetzer_innen und Aktivist_innen zu produzieren. Kritisches Engagement, Transdisziplinarit\u00e4t und vergleichende Ans\u00e4tze sind die Grundlagen unseres Projektes.\u00bb<br \/>\nDas Kollektiv repr\u00e4sentiert eine breite Forscher_innengruppe, die aus unterschiedlichen Disziplinen stammt und sich auf unterschiedliche Interessenfelder konzentriert. W\u00e4hrend manche sich auf die politische Geschichte der Hausbesetzer_innen konzentrieren, zielen andere darauf ab, soziologische Analysen der gegenw\u00e4rtigen Hausbesetzer_innenszenen zu entwickeln oder Hausbesetzungen aus philosophischer oder kultureller Perspektive zu betrachten. Die St\u00e4rke der Gruppe liegt in ihrem Fokus auf der F\u00f6rderung der Interaktion und den \u00dcberg\u00e4ngen zwischen diesen verschiedenen Ans\u00e4tzen.<\/p>\n<p>Das Kollektiv organisiert j\u00e4hrliche Konferenzen und hat verschiedene B\u00fccher und B\u00e4nde verfasst und herausgegeben. Dies war auch die Inspiration f\u00fcr ein vergleichendes Forschungsprojekt zu Hausbesetzer_innen-Bewegungen in zw\u00f6lf europ\u00e4ischen St\u00e4dten. Unter dem Motto <a href=\"https:\/\/sqek.squat.net\/database\/\">MOVOKEUR<\/a> zielte das Forschungsprojekt darauf ab, die Kontexte zu analysieren, in denen diese Bewegungen gedeihen, Protestzyklen sich entwickeln, wie Prozesse der Institutionalisierung sich gestalten und auf die Art und Weise wie Identit\u00e4ten durch diese Bewegungen gepr\u00e4gt und beeinflusst werden. Grafische Darstellungen von einigen dieser Themen sind <a href=\"https:\/\/movokeur.wordpress.com\/\">online<\/a> verf\u00fcgbar.<\/p>\n<p>Ausgangspunkt des Projekts war es zun\u00e4chst, f\u00fcr diese zw\u00f6lf St\u00e4dte Datenbanken zu besetzten sozialen Zentren aufzustellen. Diese w\u00fcrden dann die Rohdaten f\u00fcr weitere Analysen bereitstellen. Dies stellt die Grundlage f\u00fcr individuelle Fallstudien sowie Vergleichsstudien bereit, die von Palgrave Macmillan 2017 in Buchform ver\u00f6ffentlicht werden. Bereits jetzt sind Datenbanken und Artikel \u00fcber diese Daten <a href=\"https:\/\/sqek.squat.net\/database-results\/\">online<\/a> verf\u00fcgbar.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend die Daten \u00fcber besetzte soziale Zentren in verschiedenen St\u00e4dten gesammelt, kompiliert und verarbeitet wurden, schien es bald nur logisch, die so erzeugten Datens\u00e4tze durch digitalisierte, interaktive Karten zu visualisieren. So war dies eine zwar ungeplante, aber sehr willkommene Ausgr\u00fcndung aus dem urspr\u00fcnglichen MOVOKEUR-Projekt. Dennoch wurde dieser Schritt erst durch die Inspiration der Berlin Besetzt-Seite und deren Fachwissen erm\u00f6glicht, da auch einige Berlin Besetzt-Forscher_innen zum SqEK-Netzwerk geh\u00f6ren.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-261\" src=\"https:\/\/blogs.sindominio.net\/trespass\/files\/2016\/07\/rigaer94_gegen_raeumung_28_05.jpg\" alt=\"rigaer94_gegen_raeumung_28_05\" width=\"452\" height=\"640\" srcset=\"https:\/\/blogs.sindominio.net\/trespass\/files\/2016\/07\/rigaer94_gegen_raeumung_28_05.jpg 452w, https:\/\/blogs.sindominio.net\/trespass\/files\/2016\/07\/rigaer94_gegen_raeumung_28_05-212x300.jpg 212w\" sizes=\"auto, (max-width: 452px) 100vw, 452px\" \/><\/p>\n<p>Dennoch entwickelte das <a href=\"http:\/\/maps.squat.net\/en\/cities\">SqEK-Mapping-Projekt<\/a> schnell eine eigene Dynamik. Getreu dem Kerngedanken des Kollektivs wurde das Kartierungsprojekt von unten organisiert. Es gibt keine zentrale Koordinierungsstelle, die das Gesamtprojekt leitet oder steuert oder die Kartierung einzelner St\u00e4dte verwaltet. Neue Gruppen und Einzelpersonen k\u00f6nnen sich bewerben, um dem Projekt beizutreten und die Stadt ihrer Wahl zu bearbeiten. Das MOVOKEUR-Projekt steht im Mittelpunkt der Bem\u00fchungen und deshalb sind mehrere St\u00e4dte ziemlich gut abgebildet. Gleichzeitig sind aber andere St\u00e4dte noch lange nicht abgeschlossen. Diese Situation steht in einem direkten Zusammenhang mit der Organisation des Projekts. Wenn neue Menschen dem Projekt beitreten, k\u00f6nnen sie \u00abihre\u00bb Stadt auf ihre eigene Art und Weise in ihrem eigenen Tempo abbilden.<\/p>\n<p>Da die Mitwirkenden in verschiedenen Orten Westeuropas verteilt sind, ist es manchmal schwierig, in Verbindung zu bleiben und kollektive Bem\u00fchungen richtig zu organisieren. Dabei kann es mitunter schwierig sein, \u00fcber E-Mails zu diskutieren. Einige f\u00fchlen sich durch eine Mail nicht angesprochen, die an alle gerichtet ist. Dieses Thema ist mit den bereits erw\u00e4hnten Themen Engagement und Kommunikation verbunden.<\/p>\n<p>Da SqEK ein transnationales Kollektiv ist, spielt dabei auch die Frage der Sprache eine Rolle, weil Englisch die dominierende akademische Sprache ist, w\u00e4hrend es die Muttersprache nur einer kleinen Minderheit in der Gruppe ist, und weil das MOVOKEUR-Projekt in spanischsprachige Forscher_innen, die an St\u00e4dten im spanischen Staat arbeiten, und Forscher_innen, die vorwiegend in Englisch kommunizieren, die an nordeurop\u00e4ischen St\u00e4dten arbeiteten.<\/p>\n<p>Obwohl die Bottom-up-Struktur dem SqEK-Mapping-Projekt seine Vitalit\u00e4t verleiht, gibt es auch gewisse Nachteile. Vor allem k\u00f6nnen viele der SqEK-Karten (noch) nicht den Anspruch auf Vollst\u00e4ndigkeit wie bei Berlin Besetzt vorweisen. Der Webentwickler f\u00fcgte erst im Mai 2015, als das MOVOKEUR-Projekt offiziell zu Ende ging, die M\u00f6glichkeit hinzu, Fotos hochzuladen. Daher haben einige St\u00e4dte wie Amsterdam, Barcelona, Brighton und Madrid keine visuellen Dokumente hochgeladen, da die Arbeit beendet war, bevor diese M\u00f6glichkeit bestand und dann keine weiteren wirtschaftlichen Ressourcen zur Verf\u00fcgung standen, um die Arbeit fortzuf\u00fchren.<\/p>\n<p>Da die Kommunikation zwischen den verschiedenen Mappern nicht immer optimal ist, besteht ein Risiko f\u00fcr die Einheitlichkeit der Daten (und Datenverarbeitung), die auf der Grundlage des Mappingprozesses stehen. Beispielsweise verwenden verschiedene St\u00e4dte oft unterschiedliche Zeitrahmen f\u00fcr ihre Mapping-Projekte, w\u00e4hrend es auch unterschiedliche Ansichten \u00fcber die Arten von Hausbesetzungen gibt, die abgebildet werden sollten. W\u00e4hrend die meisten Projekte sich auf die prim\u00e4re Kartierung von besetzten sozialen Zentren konzentrieren, nehmen andere auch Hausbesetzungen zu Wohnzwecken auf.<\/p>\n<p>Nicht zuletzt lassen die <a href=\"http:\/\/maps.squat.net\/en\/cities\">SqEK-Karten<\/a> noch den optischen Reiz der Berlin Besetzt-Seite vermissen. Die Karten sollten vom Entwickler mit einer der <a href=\"http:\/\/berlin-besetzt.de\/\">Berliner Karte<\/a> \u00e4hnlichen Qualit\u00e4t produziert werden, aber dies ist eindeutig noch nicht der Fall. Berlin Besetzt hat mehr Features und sieht insgesamt viel h\u00fcbscher aus. Das ist nat\u00fcrlich entscheidend f\u00fcr ein Projekt, das die verschiedenen Squatter-Initiativen \u00absichtbar\u00bb macht, wie die Berliner Gruppe es ausdr\u00fcckte.<\/p>\n<p>Um die Herausforderungen des SqEK-Mapping-Projekts besser zu verstehen und effektiv voranzutreiben, ist es entscheidend, einen besseren \u00dcberblick dar\u00fcber zu erhalten, wie das SqEK-Kollektiv in der Praxis funktioniert. In Anbetracht der signifikanten Unabh\u00e4ngigkeit der einzelnen Mapper, die dem Bottom-up-Ansatz von SqEK treu bleiben, werden in diesem Beitrag Fragen zu den einzelnen Mappern gestellt. Welche Herausforderungen begegnen euch bei der Kartierung \u201eeurer\u00bb St\u00e4dte? Wie seht ihr diese Herausforderungen und wie behandelt und reflektiert ihr diese? Diese Fragen stehen im Mittelpunkt dieses Kapitels, in dem wir uns auf die einzelnen Projekte konzentrieren, die den Aufwand des SqEK-Mapping ausmachen. In einem abschlie\u00dfenden Absatz werden wir \u00fcber die allgemeineren konzeptionellen Fragen nachdenken, die durch die individuellen Erfahrungen der Mapper hervorgerufen werden.<\/p>\n<p><strong>Der Prozess der Kartierung<\/strong><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-259\" src=\"https:\/\/blogs.sindominio.net\/trespass\/files\/2016\/07\/leiden-show_Hooigracht_5.jpg\" alt=\"leiden-show_Hooigracht_5\" width=\"500\" height=\"467\" srcset=\"https:\/\/blogs.sindominio.net\/trespass\/files\/2016\/07\/leiden-show_Hooigracht_5.jpg 500w, https:\/\/blogs.sindominio.net\/trespass\/files\/2016\/07\/leiden-show_Hooigracht_5-300x280.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><\/p>\n<p>Auf der Website von <a href=\"http:\/\/maps.squat.net\/en\/cities\">maps.squat.net<\/a> finden sich Stadtpl\u00e4ne von Amsterdam, Barcelona, Brighton, London, Madrid, Potsdam und Rotterdam. Informationen zu weiteren St\u00e4dten wie Kopenhagen, Hamburg, Leiden, Oslo, Paris und Sevilla folgen. Die zuerst genannten Karten werden als abgeschlossen betrachtet, da die Forscher_innen die Eingabe von Daten mittlerweile abgeschlossen haben.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich kann ein solches Projekt nie als vollendet betrachtet werden, da es immer neue Besetzungen zum Hochladen gibt. Au\u00dferdem werden immer mehr Menschen Besetzungen aus der Vergangenheit hinzuf\u00fcgen. Dieser Prozess wird durch ein zus\u00e4tzliches Feature (ein Kommentar-Formular), bei dem anonym Besetzungen zugef\u00fcgt werden k\u00f6nnen, erleichtert. Dieses Feature basiert auf dem Bottom-up-Ansatz von SqEK und es ist zu hoffen, dass auf diese Weise die Crowdsourcing-basierten Informationen ein wichtiger Teil sowohl der alten als auch der neuen Karten werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Dennoch werden gegenw\u00e4rtig die St\u00e4dte individuell oder durch Gruppen bearbeitet. Auf Wunsch haben die meisten von ihnen auf unseren Aufruf geantwortet und uns kurze \u00dcberlegungen \u00fcber ihre Erfahrungen geschickt. Im Folgenden werden wir die Erfahrungen derjenigen zitieren, die folgende St\u00e4dte darstellen: Amsterdam, Barcelona, Brighton, London, Madrid, Paris, Potsdam und Rotterdam. Dabei konzentrieren wir uns auf konkrete Fragen, wie zum Beispiel:<\/p>\n<ol>\n<li>Welche Art von Quellen hast du verwendet und auf welche Weise hast du die gesammelten Informationen verarbeitet?<\/li>\n<li>Wie definierst du die Besetzungen, die du kartografierst?<\/li>\n<li>Ist Ihre Karte vollst\u00e4ndig, ist das Projekt beendet?<\/li>\n<li>Wie hast du den Kartierungsprozess erlebt und welche Auswirkungen hat er auf dich oder auf deine Umwelt?<\/li>\n<\/ol>\n<p><strong>Amsterdam <\/strong><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-234\" src=\"https:\/\/blogs.sindominio.net\/trespass\/files\/2016\/07\/So-the-Amsterdam-places-marked-with-a-whole-colour-block-are-still-squatted-or-legalised.-A-high-proportion-compared-to-other-cities.png\" alt=\"Amsterdam\" width=\"800\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/blogs.sindominio.net\/trespass\/files\/2016\/07\/So-the-Amsterdam-places-marked-with-a-whole-colour-block-are-still-squatted-or-legalised.-A-high-proportion-compared-to-other-cities.png 800w, https:\/\/blogs.sindominio.net\/trespass\/files\/2016\/07\/So-the-Amsterdam-places-marked-with-a-whole-colour-block-are-still-squatted-or-legalised.-A-high-proportion-compared-to-other-cities-300x113.png 300w, https:\/\/blogs.sindominio.net\/trespass\/files\/2016\/07\/So-the-Amsterdam-places-marked-with-a-whole-colour-block-are-still-squatted-or-legalised.-A-high-proportion-compared-to-other-cities-768x288.png 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><\/p>\n<p>Mit 171 Projekten von den 1960er Jahren bis Ende 2013 ist Amsterdam noch lange nicht fertig. Ich verbrachte gut eine Woche am <a href=\"https:\/\/socialhistory.org\/en\">Institut f\u00fcr Sozialgeschichte<\/a> (IISH) in Amsterdam, verschlang Informationen und las alle Grachtenkranten, die Hausbesetzer-Zeitung, die \u00fcber sechshundert Ausgaben z\u00e4hlt und von 1979 bis 2008 erschien. Nicht in Amsterdam zu leben, erschwerte meine Forschung, obwohl einige Leute ein bisschen helfen. Es gibt eine Sache, die wirklich durch die Karte zum Vorschein gebracht wird. Wenn ihr den &#8216;all years&#8217; -Kasten deaktiviert und den Timer langsam von Jahr zu Jahr ziehen, seht ihr die Anzahl der Projekte aus den 1970er und 1980er Jahren, die noch existieren. Viele dieser Projekte halten sich an radikale Politik und sind noch heute mit der Bewegung verbunden. Damit stellen sie eine gewaltige Infrastruktur zur Verf\u00fcgung und bilden f\u00fcr die heutigen Aktivisten eine Art lebendige Geschichte. Durch die einfache Tatsache ihres Fortbestehens bieten diese Orte einen gewaltigen Schub f\u00fcr die gegenw\u00e4rtigen K\u00e4mpfe.<\/p>\n<p><strong>Barcelona <\/strong><\/p>\n<p>Die Karte von Barcelona umfasst die gesamte Metropolenregion. Es enth\u00e4lt nur besetzte soziale Zentren. Besetzte H\u00e4user, die Wohnzwecken dienen sind ausgeschlossen. Aufgrund ihrer gro\u00dfen Anzahl w\u00e4re es extrem schwierig, eine vollst\u00e4ndige Auflistung von ihnen zu bieten. Insgesamt umfasst die Karte rund sechshundert soziale Zentren, die grundlegende Informationen \u00fcber jedes von ihnen bereitstellt. (vor allem die Start- und R\u00e4umungstermine).<\/p>\n<p>Unsere Daten \u00fcber Sozialzentren von 1995 bis heute wurden von den Webseiten <a href=\"http:\/\/usurpa.squat.net\/\">Info-Usurpa<\/a> und <a href=\"https:\/\/twitter.com\/contrainfos\">Contra-Infos<\/a> bezogen. Diese beiden Werkzeuge erm\u00f6glichten es, auf einfache Weise Wissen \u00fcber eine gro\u00dfe Anzahl von politischen Besetzungen zu sammeln. F\u00fcr die aktuellsten Informationen konnten wir die Website <a href=\"http:\/\/15mpedia.org\">15mpedia.org<\/a> als Informationsquelle nutzen. F\u00fcr den Zeitraum vor 1995 haben wir dies aus bibliographischer Forschung und aktivistischem Wissen gezogen.<\/p>\n<p>Aus verschiedenen Gr\u00fcnden ist es zunehmend schwieriger geworden, j\u00fcngste Ereignisse und Squatter-Aktionen abzubilden. Zun\u00e4chst ist seit der Entstehung der 15 M Bewegung im Jahr 2011 die Zahl der Besetzer_innenaktionen dramatisch gestiegen. Dar\u00fcber hinaus wird die Kommunikation innerhalb der Bewegung mitunter durch die Heterogenit\u00e4t der Bewegung selbst behindert. Au\u00dferdem gibt es Unterschiede zwischen einer alten und einer neuen Generation von Hausbesetzer_innen, das gleiche gilt f\u00fcr katalanische und ausl\u00e4ndische Hausbesetzer_innen.<\/p>\n<p>Interessenten k\u00f6nnen auf die Karte zugreifen und neue Informationen hinzuf\u00fcgen. Bisher hat jedoch nur ein Kollektiv ein Update auf die urspr\u00fcngliche Datenbank gepostet. Dies kann auch durch die begrenzte \u00d6ffentlichkeit erkl\u00e4rt werden, die wir auf der Karte unter Aktivist_innen gegeben haben.<\/p>\n<p><strong>Brighton <\/strong><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-235\" src=\"https:\/\/blogs.sindominio.net\/trespass\/files\/2016\/07\/Brighton-Check-out-the-social-centre-in-the-sea-That-was-the-squatted-West-Pier..png\" alt=\"Brighton\" width=\"800\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/blogs.sindominio.net\/trespass\/files\/2016\/07\/Brighton-Check-out-the-social-centre-in-the-sea-That-was-the-squatted-West-Pier..png 800w, https:\/\/blogs.sindominio.net\/trespass\/files\/2016\/07\/Brighton-Check-out-the-social-centre-in-the-sea-That-was-the-squatted-West-Pier.-300x113.png 300w, https:\/\/blogs.sindominio.net\/trespass\/files\/2016\/07\/Brighton-Check-out-the-social-centre-in-the-sea-That-was-the-squatted-West-Pier.-768x288.png 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><\/p>\n<p>Das Mapping f\u00fcr Brighton machte Spa\u00df, weil ich dort lebte und so Zugang zu Menschen hatte, die in verschiedenen Zeiten von den 1970er Jahren bis heute besetzten. Das bedeutet, dass die Karte ziemlich voll ist, zumal (im Vergleich zu den anderen St\u00e4dten hier) Brighton nicht sehr gro\u00df ist. Nat\u00fcrlich kommen noch Projekte hinzu.<\/p>\n<p><strong>London <\/strong><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-236\" src=\"https:\/\/blogs.sindominio.net\/trespass\/files\/2016\/07\/Social-centres-in-the-borough-of-Hackney-in-London-once-a-squatters-stronghold-now-undergoing-gentrification..png\" alt=\"Hackney,London\" width=\"800\" height=\"295\" srcset=\"https:\/\/blogs.sindominio.net\/trespass\/files\/2016\/07\/Social-centres-in-the-borough-of-Hackney-in-London-once-a-squatters-stronghold-now-undergoing-gentrification..png 800w, https:\/\/blogs.sindominio.net\/trespass\/files\/2016\/07\/Social-centres-in-the-borough-of-Hackney-in-London-once-a-squatters-stronghold-now-undergoing-gentrification.-300x111.png 300w, https:\/\/blogs.sindominio.net\/trespass\/files\/2016\/07\/Social-centres-in-the-borough-of-Hackney-in-London-once-a-squatters-stronghold-now-undergoing-gentrification.-768x283.png 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><\/p>\n<p>Die meisten Leute spotteten, als ich ihnen sagte, dass ich Hausbesetzungen in London auf einer Karte abbilden w\u00fcrde, denn die Stadt ist so gro\u00df und hat Tausende, wenn nicht gar Hunderttausende von Besetzungsaktionen seit den 1960er Jahren erlebt. Die Begrenzung des Projekts auf die Zuordnung von sozialen Zentren erleichterte die Arbeit, auch wenn das Ergebnis noch viel mehr Input erfordert. Bisher wurden 263 Projekte eingef\u00fcgt.<\/p>\n<p>Die Informationen f\u00fcr die Karte wurden vor allem im <a href=\"https:\/\/radar.squat.net\/en\/london\/56a-infoshop\">56a Infoshop<\/a> in Elephant &amp; Castle, London, gesammelt. Dies ist ein selten langlebiges Bewegungsprojekt, das ein gro\u00dfes Archiv hat. Ihr Vorschlag war, Fotos von Projekten (damals und heute) hinzuzuf\u00fcgen, was ein gro\u00dfer Zusatz w\u00e4re, aber auch eine Menge Arbeit. \u00dcberraschenderweise war das <a href=\"https:\/\/socialhistory.org\/en\">Institut f\u00fcr Sozialgeschichte<\/a> in Amsterdam auch sehr hilfreich bei der Suche nach Orten aus den 1980er Jahren, ein Jahrzehnt, f\u00fcr das die Karte noch lange nicht abgeschlossen ist.<\/p>\n<p><strong>Madrid <\/strong><\/p>\n<p>Als wir unsere Karte begannen, konnten wir uns auf die Arbeit anderer verlassen. <a href=\"http:\/\/www.ucm.es\/info\/america2\/okcrono.htm\">Einer von ihnen<\/a> hat Squatter-Aktionen bis Mitte der Neunzigerjahre aufgelistet, w\u00e4hrend andere sich mehr auf die j\u00fcngsten Kniebeugen konzentrierten, z. B. <a href=\"http:\/\/www.okupatutambien.net\">okupa tambien<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.agitamadrid.org\/guia-de-espacios\">agita madrid<\/a> und <a href=\"https:\/\/15mpedia.org\/wiki\/Lista_de_centros_sociales_de_la_Comunidad_de_Madrid\">15mpedia<\/a>.<\/p>\n<p>Ein Problem mit diesen Quellen war jedoch, dass sie nicht vollst\u00e4ndig waren und dass viele Dateneing\u00e4nge falsch waren. Wir konnten viele der Informationen \u00fcberpr\u00fcfen und neue F\u00e4lle hinzuf\u00fcgen, indem wir Besetzer_innen- und Mainstream-Seiten auswerteten. Oft war das Wissen aus erster Hand entscheidend f\u00fcr die \u00dcberpr\u00fcfung der Daten.<br \/>\nAus unseren Bem\u00fchungen entstand eine Gruppe, die von 2008 bis 2010 regelm\u00e4\u00dfig zu Forschung und Diskussion \u00fcber die Geschichte der Besetzer_innen in Madrid zusammenkam. Diese Treffen ebneten unter anderem den Weg f\u00fcr eine Buchver\u00f6ffentlichung.<\/p>\n<p>Unsere Datenbank ist auf soziale Zentren begrenzt und umfasst den Zeitraum von 1977 bis 2015. Diese Auswahl begr\u00fcndet sich vor allem durch die Tatsache, dass Informationen \u00fcber diese Besetzungen leichter zug\u00e4nglich und \u00f6ffentlich sind. Alle befinden sich in der Metropolenregion von Madrid (Gemeinde und Region). In einem Fall ist eine Besetzung aus einer angrenzenden Provinz (Guadalajara) aufgrund ihrer aktiven Rolle in der Kampagne gegen die Vertreibung von sozialen Zentren im Jahr 2008 enthalten. Dar\u00fcber hinaus sind vierzehn F\u00e4lle von Besetzungen st\u00e4dtischer Grundst\u00fccke enthalten. In den meisten F\u00e4llen waren regelm\u00e4\u00dfige Hausbesetzer_innen an diesen Projekten beteiligt, und viele dieser R\u00e4ume fungierten als eine Art soziales Zentrum im Freien. Insgesamt handelt es sich um 155 Besetzungen, obwohl zu beachten ist, dass nur acht f\u00fcr den Zeitraum zwischen 1977 und 1980 registriert sind.<\/p>\n<p>Besetzte Wohnh\u00e4user sind von der Liste ausgeschlossen. Normalerweise verzichten Hausbesetzer_innen darauf, die Wohnfunktion eines besetzten Hauses zu kennzeichnen, denn das bringt mehr rechtliche Risiken mit sich. So erw\u00e4hnen die Forscher_innen die besetzten Wohnh\u00e4user nicht, es sei denn, eine gewisse Zeit ist bereits vergangen. Dies gilt speziell f\u00fcr die derzeit besetzten H\u00e4user oder die j\u00fcngsten der letzten 5 Jahre.<\/p>\n<p>In der Tat, weniger als drei\u00dfig besetzte sozialen Zentren sind bewohnt. In einigen F\u00e4llen war der urspr\u00fcngliche Zweck einer Besetzung, eine Wohnm\u00f6glichkeit zu schaffen. H\u00e4ufig wurde aber im Nachgang beschlossen, Teile des Geb\u00e4udes als kulturellen und politischen Ort zu \u00f6ffnen.<\/p>\n<p><strong>Paris<\/strong><\/p>\n<p>Die Karte f\u00fcr Paris ist noch nicht fertiggestellt. Es ist ein langwieriger Prozess. Ich arbeite mit einer Datenbank von rund 400 Besetzungen seit den 1950er Jahren. Ich habe die Daten f\u00fcr eine Untersuchung \u00fcber Besetzungen und Stadtpolitik zwischen 2010 und 2015 gesammelt. Die Daten wurden gesammelt und durch Interviews mit Hausbesetzer_innen und ehemaligen Besetzer_innen f\u00fcr die j\u00fcngste Zeit, auch durch Presse-Reviews und Analyse von Internetdokumenten (squat.net + Intersquat) erg\u00e4nzt. F\u00fcr die \u00e4ltesten Besetzungen verwendete ich Arbeiten von Historikern (ua C. Pechu und B. Colin) und Presseberichte. F\u00fcr jede Besetzung versuchte ich, Informationen f\u00fcr 20 Variablen \u00fcber Lage, Zeitraum, Art der Eigenschaft, Art der Besetzung, Beziehungen mit Beh\u00f6rden, mit Nachbarn usw. zu finden&#8230;<\/p>\n<p>Aber die Datenbank ist nicht vollst\u00e4ndig, denn der Fokus liegt vor allem auf dem Pariser Zentrum und seinen n\u00e4chsten Vororten, w\u00e4hrend es auch viele Besetzungen in den Vororten gab und gibt. Au\u00dferdem sind die meisten Besetzungen in Paris (wie in den meisten europ\u00e4ischen St\u00e4dten) unsichtbar und k\u00f6nnen nicht als soziale Zentren betrachtet werden. Sie sind eher besetzte Wohnh\u00e4user, wo verschiedene Arten von Bev\u00f6lkerung leben, meist sehr prek\u00e4r, in Paris und seinen n\u00f6rdlichen Vororten. Ich habe eine aggregierte Datenbank (von Abteilungen), und ich werde sie nicht in der SqEK-Karte integrieren. Wir k\u00f6nnen sch\u00e4tzen, dass es mehr als 3000 Besetzungen dieser Art in der Region Paris gibt.<\/p>\n<p>Eine Karte ist eine wichtige Ressource f\u00fcr beide Seiten. Statistiken und Karten sind Werkzeuge f\u00fcr die Macht: Regierungen k\u00f6nnen Datenbank nutzen, um die Bev\u00f6lkerung zu kontrollieren. Allerdings k\u00f6nnen soziale Bewegungen und widerst\u00e4ndige Gruppen dieses Tool nutzen, um zu widerstehen und ein alternatives Wissen wie etwa \u00fcber die Geschichte der Besetzungen entwickeln. Daher besteht das Problem darin, diese Karte zu einem Werkzeug f\u00fcr den Widerstand zu machen. Unter vielen Diskussionen, die wir mit SqEK-Mitgliedern und anderen Aktivisten hatten, fand ich die Idee, nur besetzte soziale Zentren zu kartieren, die geschlossen sind, sehr interessant. Das Thema ist wichtig. Auf der einen Seite ist es notwendig, den Willen der Kollektive zu respektieren, nicht auf der Karte sichtbar zu sein. Auf der anderen Seite k\u00f6nnte diese Arbeit auch Teil eines Prozesses der Ged\u00e4chtnisbildung f\u00fcr soziale Bewegungen sein.<\/p>\n<p><strong>Potsdam <\/strong><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-256\" src=\"https:\/\/blogs.sindominio.net\/trespass\/files\/2016\/07\/potsdam.png\" alt=\"potsdam\" width=\"587\" height=\"360\" srcset=\"https:\/\/blogs.sindominio.net\/trespass\/files\/2016\/07\/potsdam.png 587w, https:\/\/blogs.sindominio.net\/trespass\/files\/2016\/07\/potsdam-300x184.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 587px) 100vw, 587px\" \/><\/p>\n<p>Die Karte ist fast vollst\u00e4ndig und dokumentiert die Geschichte der Besetzungen in Potsdam zwischen 1985 und 2006. Anfang der 1990er Jahre war Potsdam ein Zentrum der deutschen Besetzer_innenbewegung.<\/p>\n<p>Es war nicht leicht, all dieses Material zu finden. Es gab keine zusammenh\u00e4ngende Sammlung von Informationen \u00fcber dieses lokale Ph\u00e4nomen, die relevanten Quellen sind an verschiedenen Orten verstreut. Die Quellen dieser Sammlung sind Zeitungen, verschiedene Archive, Flyer aus der Bewegung, Interviews mit Hausbesetzern, Videoclips, Bilder &#8230;. Viele ehemalige Hausbesetzer gaben mir ihre Materialsammlungen und unterst\u00fctzten dieses Projekt.<br \/>\nEinige H\u00e4user haben eine Beschreibung, f\u00fcr viele Geb\u00e4ude wurden keine Hintergrundinformationen gefunden.<br \/>\nIch habe eine kurze Geschichte der Besetzungen angef\u00fcgt und versucht, dies aus einer historischen Perspektive zu erkl\u00e4ren. Ein zentraler Punkt in diesem Beitrag ist der Systemwechsel 1989\/1990, wo \u00f6ffentliche Besetzungen entstanden. Ich versuche, die Hauptlinien der Entwicklung und die Verbindung zwischen den stillen Besetzungen in der DDR und der Praxis der Besetzungen nach dem Fall der Berliner Mauer zu zeigen. Die Karte macht es m\u00f6glich, die Vielfalt der Besetzungen, lokale Konzentrationen, R\u00e4ume der \u00f6ffentlichen K\u00e4mpfe und vieles mehr zu zeigen.<\/p>\n<p><strong>Rotterdam<\/strong><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-237\" src=\"https:\/\/blogs.sindominio.net\/trespass\/files\/2016\/07\/mapping-rdam.png\" alt=\"Rotterdam\" width=\"800\" height=\"299\" srcset=\"https:\/\/blogs.sindominio.net\/trespass\/files\/2016\/07\/mapping-rdam.png 800w, https:\/\/blogs.sindominio.net\/trespass\/files\/2016\/07\/mapping-rdam-300x112.png 300w, https:\/\/blogs.sindominio.net\/trespass\/files\/2016\/07\/mapping-rdam-768x287.png 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><\/p>\n<p>Rotterdam hat eine weitgehend verborgene Squatting-Geschichte, so musste mit der Forschung erst begonnen werden. Da ich in Rotterdam in den 2000er Jahren besetzte, hatte ich etwas Vorsprung und ein Hausbesetzer aus den 1980er Jahren war sehr hilfreich. Ansonsten unterst\u00fctzten mich die Menschen, aber sie waren nicht sehr interessiert Zeit mit dem Hinzuf\u00fcgen von Orten zu verbringen oder sie konnten sich nicht an sonderlich viele zusammenh\u00e4ngende Informationen aus ihren Besetzer_innenzeiten erinnern. Das Stadtarchiv hatte eine begrenzte Menge an Informationen, aber was die Suche revolutionierte war der Tipp von den Leiden-Mappers, delpher zu verwenden, eine <a href=\"http:\/\/delpher.nl\">Website<\/a>, die die Online-Suche von digitalisierten Zeitungen aus dem 20. Jahrhundert in einem sehr einfachen Format erleichtert. Ich begann damit eine zweite Phase der Forschung (die noch nicht abgeschlossen ist), in der ich die Besetzungen der 1970er und 1980er Jahre recherchiere. W\u00e4hrend zweifellos einige Leute dar\u00fcber Bescheid wissen, da sie Beteiligte in dieser Zeit waren, ist f\u00fcr mich alles ganz frisch. Ich lese \u00fcber den Phoenix Motorclub, der sich eine Reihe von Pl\u00e4tzen f\u00fcr seine Werkst\u00e4tten aneignete, Aktionsgruppen, die Geb\u00e4ude f\u00fcr \u201egastarbeiders\u201c okkupierten (ausl\u00e4ndische Wanderarbeiter), Gemeinden, die gegen Leere und Verlassenheit protestierten, wie die Leute von Spangen ihre B\u00e4der erneut \u00f6ffneten, K\u00fcnstler_innen, die sich selbst mit Atelierraum versorgten, Punks, die die ABN AMRO Bank nach einer R\u00e4umung besch\u00e4digten, Kids im S\u00fcden, die Jugendzentren besetzten und von der Polizei, die w\u00e4hrend der R\u00e4umung einer ehemaligen Fahrradfabrik auf Demonstrierende schie\u00dft.<br \/>\nEs ist sehr aufregend, all diese neuen Informationen zu entdecken. Die Karte wird derzeit als Quelle f\u00fcr Daten verwendet, die dann f\u00fcr ein eigenes Projekt genutzt werden, um ein Buch \u00fcber die Besetzungen in Rotterdam zu produzieren.<br \/>\nHoffentlich wird die Aufnahme all dieser Projekte dazu beitragen, ein breiteres Bewusstsein daf\u00fcr zu schaffen, wie Hausbesetzer_innen die Stadt Rotterdam geformt haben. Leider, wie die Karte zeigt, gibt es nicht so viele aktuelle Projekte. Nichtsdestoweniger erhellt es meinen Tag, wenn ich durch die Stadt ziehe, um Pl\u00e4tze zu sehen, die ich gerade auf der Karte eingegeben habe und sehe, welche Funktion sie jetzt haben.<\/p>\n<p><strong>Das Projekt vorw\u00e4rts bringen<\/strong><\/p>\n<p>Die Karten, die wir durch viele Arbeitsstunden produziert haben, haben das Potential, eine wirklich n\u00fctzliche Ressource zu sein. Im Laufe der Zeit werden die auf crowd sourcing basierten Daten die Karten verbessern und komplettieren. Trotz der Schwierigkeiten, die durch unterschiedliche Ans\u00e4tze, einen unbeteiligten Entwickler und den transnationalen Charakter des Kollektivs entstehen, bilden die Karten ein erfreuliches Mittel, um unsere akademische Arbeit wieder in eine aktivere Funktion der radikalen Geschichte einzubringen, da mehr Menschen die Karten sehen werden als die, die Artikel und Datenbanken lesen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-238\" src=\"https:\/\/blogs.sindominio.net\/trespass\/files\/2016\/07\/sqekmapping.png\" alt=\"sqekkarte\" width=\"635\" height=\"322\" srcset=\"https:\/\/blogs.sindominio.net\/trespass\/files\/2016\/07\/sqekmapping.png 635w, https:\/\/blogs.sindominio.net\/trespass\/files\/2016\/07\/sqekmapping-300x152.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 635px) 100vw, 635px\" \/><\/p>\n<p>Das Mapping-Projekt zielte darauf ab, die Geschichte der Besetzer_innen in einer einfachen Weise zu pr\u00e4sentieren und diese f\u00fcr ehemalige und neue Aktivisten zu navigieren. Gegen\u00fcber wissenschaftlichen Beitr\u00e4gen er\u00f6ffnen die Karten, Bilder, Orte, Kurztexte und Links mehr M\u00f6glichkeiten, sich auf diese Geschichte einzulassen. Sie geben auch Hinweise darauf, St\u00e4dte und Stadtgebiete innerhalb der St\u00e4dte zu vergleichen. Eine Karte ist nur ein Instrument, um den Zugang zu Informationen zu erleichtern und Wissen zu erzeugen, obwohl alle politischen Implikationen f\u00fcr diejenigen verantwortlich sind, die diese Informationen interpretieren. Besetzte Projekte tendieren dazu, \u00fcbergangen, stigmatisiert und missverstanden zu werden, so dass die Karten zu der \u00f6ffentlichen Debatte \u00fcber sie beitragen kann. Als kollaboratives Tool f\u00fcr Anregungen von Besucher_innen der Webseiten b\u00fcndelt es die aktivistischen Szenen erg\u00e4nzend zu den von SqEK produzierten Treffen, Vortr\u00e4gen und Publikationen. Angesichts der Komplexit\u00e4t der technischen Aspekte (neue Ikonen f\u00fcr die Legenden, die Umsetzung von Abfragen, Skalen, verschiedenen Sprachen usw.) und die sozialen Netzwerke der beteiligten Personen (Datenerfassung, Datenerfassung, etc.) ist das Projekt sicher eine laufende Arbeit, die in den kommenden Jahren verst\u00e4rkt werden und vielleicht mit \u00c4hnlichem verbunden sein muss.<br \/>\nSchlie\u00dflich, wie man erwarten w\u00fcrde, gab es Bedenken f\u00fcr viele \u00fcber die N\u00fctzlichkeit der Karten f\u00fcr den Staat und andere repressive Organisationen, ein Thema, das viel Diskussion verursacht hat. Es gibt keine einfache Antwort und verschiedene St\u00e4dte n\u00e4herten sich den Karten auf unterschiedliche Weise. Ein Ansatz war, lediglich soziale Zentren zu profilieren, die in einem lockeren Sinne als politisch aktive Besetzungen offen f\u00fcr alle sind und daher bereits eine \u00f6ffentliche Pr\u00e4senz aufweisen. So waren diese Orte bereits in den Medien pr\u00e4sent und hatten oft Webseiten, so dass die Karten nicht mehr enth\u00fcllten, wie in den Datensammlungen bereits verf\u00fcgbar war. Ansonsten wurde eine Stadt angefordert, aus der Datenbank genommen zu werden, da die Teilnehmer_innen der lokalen Hausbesetzer_innen beschlossen, dass sie lieber nicht in einer \u00f6ffentlich zug\u00e4nglichen Karte profiliert werden wollen. Wie aus den obigen Einzelzug\u00e4ngen ersichtlich ist, nutzen die Menschen das Mapping-Projekt unterschiedlich und neue Forschungsm\u00f6glichkeiten sind das Ergebnis. Der Vorgang l\u00e4uft. Dabei sind nat\u00fcrlich noch Fragen zu beantworten, zum Beispiel: Was k\u00f6nnen wir mit dieser Art von Visualisierung sinnvoll sagen? K\u00f6nnen wir Beziehungen zwischen den verschiedenen lokalen Bewegungen in Europa vertreten? Wie k\u00f6nnen die Karten weiter wachsen?<\/p>\n<p>Verfasst von (in alphabetischer Reihenfolge):<br \/>\nThomas Aguilera<br \/>\nClaudio Cattaneo<br \/>\nE.T.C. Dee<br \/>\nMiguel Martinez<br \/>\nBart van der Steen<br \/>\nJakob Warnecke<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; (Download it in zine format here) Einf\u00fchrung Im Jahr 2013 kam eine Gruppe von Aktivist_innen zusammen, um die Geschichte der Berliner Hausbesetzer_innenbewegung digital und interaktiv abzubilden. \u00dcber das Konzept der Kartierung der Bewegung schreiben sie: \u00abDa die Aneignung des &hellip;<\/p>\n<p class=\"read-more\"> <a class=\"more-link\" href=\"https:\/\/blogs.sindominio.net\/trespass\/de\/2016\/10\/24\/mapping-the-movement-die-erstellung-von-karten-von-besetzten-sozialen-zentren-in-westeuropa\/\"> <span class=\"screen-reader-text\">Mapping the Movement: Die Erstellung von Karten von besetzten sozialen Zentren in Westeuropa<\/span> Leer m\u00e1s \u00bb<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":177,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[34],"tags":[86,168,190,401,437,448,455,536,556,594,639],"class_list":["post-588","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-interventions-de","tag-amsterdam-de","tag-berlin-de","tag-brighton-de","tag-karte","tag-leiden","tag-london-de","tag-madrid-de","tag-paris-de","tag-potsdam-de","tag-rotterdam-de","tag-sqek-de"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blogs.sindominio.net\/trespass\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/588","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blogs.sindominio.net\/trespass\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blogs.sindominio.net\/trespass\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.sindominio.net\/trespass\/wp-json\/wp\/v2\/users\/177"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.sindominio.net\/trespass\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=588"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/blogs.sindominio.net\/trespass\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/588\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blogs.sindominio.net\/trespass\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=588"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.sindominio.net\/trespass\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=588"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.sindominio.net\/trespass\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=588"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}