{"id":1319,"date":"2018-05-21T10:16:34","date_gmt":"2018-05-21T10:16:34","guid":{"rendered":"https:\/\/www.trespass.network\/?p=1319"},"modified":"2018-05-21T10:16:34","modified_gmt":"2018-05-21T10:16:34","slug":"wir-werden-besetzen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.sindominio.net\/trespass\/de\/2018\/05\/21\/wir-werden-besetzen\/","title":{"rendered":"Wir werden besetzen"},"content":{"rendered":"<div class=\"entry-content\">\n<p><i>Hiermit informieren wir dar\u00fcber, dass wir als selbstbestimmte Berliner*innen die Unvernunft von Leerstand in einer Stadt mit Wohnungsnot, Armut und Verdr\u00e4ngung nicht l\u00e4nger hinnehmen und uns in Zukunft H\u00e4user nehmen werden. Wir fordern alle auf, ihre insgeheimen Tr\u00e4ume vom profitfreien Wohnen wahr werden zu lassen. Wir fordern dazu auf, sich mit den Aktiven und den Nachbar*innen zu solidarisieren und die Logik von Miete und Wohneigentum abzulehnen. <\/i><\/p>\n<p align=\"center\"><i>Wir haben nichts zu verlieren, als unsere n\u00e4chste Mieterh\u00f6hung.<\/i><\/p>\n<p><b>Die Stadt der Reichen<\/b><\/p>\n<p>Wir stellen uns gegen die <i>Stadt der Reichen<\/i>. In der <i>Stadt der Reichen<\/i> ist jede Wohnung, jeder Platz, jeder Park und auch die Moral auf diejenigen zugeschnitten, die den h\u00f6chsten Preis bezahlen k\u00f6nnen. Die meisten Berliner*innen \u2013 so auch wir \u2013 sind aber nicht reich. Ganz im Gegenteil: Berlin hat von allen Bundesl\u00e4ndern in Deutschland den h\u00f6chsten Anstieg von Armut zu verzeichnen. Das hat unmittelbar mit dem \u201eSystem Miete\u201c zu tun, dass Geld sehr effektiv von unten nach oben verteilt. Wir richten uns gegen die herrschenden, autorit\u00e4ren Bestrebungen in Wirtschaft und Politik, noch jeden Quadratzentimeter verwerten zu wollen. Diesen Alptraum verhindern zu wollen, hat nichts mit dem Groll auf Besserverdienende zu tun. Uns ist es schlicht zuwider, dass soziale Teilhabe vom Einkommen und der sozialen, wie kulturellen Herkunft abh\u00e4ngig ist. Arme, Obdachlose, Gefl\u00fcchtete, Alte haben in der <i>Stadt der Reichen<\/i> keinen Platz.<\/p>\n<p align=\"center\">Deshalb k\u00e4mpfen wir f\u00fcr\u2026<\/p>\n<p><b>\u2026Die Stadt von unten<\/b><\/p>\n<p>Sie existiert bereits in vielen K\u00f6pfen und in Ans\u00e4tzen schon in Kiezversammlungen, Kollektiven, solidarischen \u00d6konomien oder Nachbarschaftszentren. Hier wird entgegen der kapitalistischen Logik auf Probleme eingegangen und die Bed\u00fcrfnisse ins Zentrum gestellt. Wir stehen ein f\u00fcr das Recht sich den Wohnort selbst auszusuchen und ihn gemeinsam mit der Nachbarschaft lebenswert zu gestalten. Sich zusammensetzen und widersetzen bedeutet aktiv f\u00fcr seine Bed\u00fcrfnisse einzustehen und ist die soziale Alternative zu einer teuren Stadt, in der wir soviel arbeiten m\u00fcssen, dass die Wohnung lediglich dem Schlaf dient und das Zusammenkommen mit Nachbar*innen und die Gestaltung des eigenen Kiezes in Zukunft unm\u00f6glich wird. Die Optionen Wegziehen oder Selbstverwertung bis zur sozialen Isolation sind die Wahl zwischen Pest und Cholera. Sich hingegen den solidarischen Konzepten von Stadt anzunehmen und f\u00fcr sie zu streiten, bedeutet sich noch nicht mit der Gentrifizierung abgefunden zu haben. Die <i>Stadt von unten<\/i> muss erk\u00e4mpft werden, auch gegen die Gesetze, die den Eigent\u00fcmer*innen und Chefs dienen.<\/p>\n<p><b>Darum <\/b><b>Besetzen!<\/b><\/p>\n<p>W\u00e4hrend wir keine R\u00e4ume mehr f\u00fcr unkommerzielles Zusammenleben finden und gleichzeitig 1-Zimmerwohnungen f\u00fcr 700\u20ac angeboten werden, stehen nebenan Grundst\u00fccke und H\u00e4user aus spekulativen Gr\u00fcnden leer. Die Politik k\u00f6nnte Spekulant*innen enteignen. Aber warum sollte sie es tun, wo sie doch in der Verdr\u00e4ngung von armen Menschen eher die Verbesserung von Sozialstatistiken sieht, als die tragischen Geschichten dahinter? Das Instrument der Enteignung genau den Parteien zu \u00fcberlassen, die diese Stadt bereits verkauft haben, ist f\u00fcr uns keine Option.<\/p>\n<p>Aus diesen Gr\u00fcnden werden wir unser Schicksal selbst in die Hand nehmen. Wir werden uns dieses Fr\u00fchjahr die R\u00e4ume, die wir brauchen, selbst aneignen. Wir werden H\u00e4user besetzen und uns einige Quadratmeter nehmen, um sie somit der Spekulation und der Logik des Eigentums zu entziehen. Wir gehen damit einen logischen Schritt hin zu einer selbstbestimmten <i>Stadt von unten<\/i> und hin zu einer Bev\u00f6lkerung, die ihre Kieze und sozialen R\u00e4ume selbst gestaltet.<\/p>\n<p>via: https:\/\/besetzen.noblogs.org\/wir-werden-besetzen\/<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hiermit informieren wir dar\u00fcber, dass wir als selbstbestimmte Berliner*innen die Unvernunft von Leerstand in einer Stadt mit Wohnungsnot, Armut und Verdr\u00e4ngung nicht l\u00e4nger hinnehmen und uns in Zukunft H\u00e4user nehmen werden. 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